Wir Weltraumdosen Ottakringer

120_0658Es ist Montag in Ottakring. Der Himmel ist nicht zu aufgeräumt, die Stunde ist semifortgeschritten. 16 Uhr – Happy Hour Zeit. 16 Uhr – minus zwei Stunden vor WM-Spiel. 16 Uhr – die Marktstandeln werden frequentiert, die Baustelle wird behämmert und die Slamily mag zwar auch ihren Klopfer haben, aber sie ist voll da und bereit, bereit für den 16. BusBimSlam in good old Ottakring.
Gut, es sind noch nicht alle da aber vom Team zumindest eine Hälfte und um derartiges zu überbrücken gibt’s ja einen Moderator, der sich auch gern als Opferwurst in den Siedekessel werfen lässt, um alles in Wallung zu bringen und allem einen Grundgeschmack zu verleihen. Die Wurst ist Papa Slam Markus Köhle und das Team mit der Nummer 1 heißt MYLF.
120_0646Die Mütter mit denen du gemeinsam einen Teil deines Lebensweg beschreiten möchtes thematisieren Pünktlichkeit und zeitverschobene Geburtstermine. Man mag es auch Generationen-Clash nennen. Das Publikum versteht’s und gibt 27 Punkte dafür.
Es folgt der Schlacks mit Bart, Mütze und viel Hose, der sich als Rabe aus Linz zu erkennen gibt, Lokalbezug herstellt und seinen Wirkungsbereich einschränkt auf einen 180 Kilometer Kreisflug. Ja, Christopher Hütmannsberger verschanzt sich nicht im Mausoleum der Widerstandslieder, er macht sich öffentlich. Crash Boom Bam – BusBimSlam!!! 24 Punkte.
120_0648Dann der Powerriegel aus der Steiermark. Jimi Lend hat nicht nur fünf Vögel am Kopf, er verfügt auch über Herzhirnadressen und krümmt, nein, verneigt sich für das geneigte Publikum: 24 Punkte – MYLF im Finale.

Janea hat Menschen gesehen, hat Lieder gehört, die ihr aus der Seele sprachen und erzählt uns von diesen Momenten. Immer mehr Menschen bleiben stehen und verstehen, spenden Beifall und Janea erntet 27 Punkte.
120_0654Dann das Oneline-Wonder, der epischissenste Wortspieler und der heißeste Wortscheißer respektive Ausdrücker namens Mriri. Messianisch und nur vermeintlich apathisch postuliert er: We all can – Wir Weltraumdosen! 28 Punkte.
Daraufhin obliegt es der Queen of Thaliastraße den Sack zuzumachen und 10 Zentimeter Abstand, Respekt und Grenzberücksichtigung einzufordern. Lina Madita zeigt scharfe Zähne und wünscht sich Würde. Das Publikum goutiert’s mit 29 Punkten – Finale!

120_0652Dem Mann, der seit Anbeginn des BusBimSlam-Reigens mit von der Partie ist, fährt die Bim in seine allerletzte Weihnachtsgeschichte (trotz Geringfügigkeits-Bim!) – 24 Punkte für Andi Plammer, der allen TeilnehmerInnen wie immer ein & Radieschen überreicht.
Henrik Szanto gesteht, Menschen zu mögen. Er mag auch skurrile Slogans und Alliterationen und das Publikum mag ihn: 28 Punkte.
Bleibt noch der jüngste im Sack (=Slambeutel), er hört auf den Namen Elias Brot Hirschl und verkündet: Gebt euer Geld den Reichen, die können besser damit umgehen. Außerdem gäbe es auch nette Menschen bei der Polizei, nur seien die bei Einsätzen nie dabei. Heute kommen weder freundliche noch Arschloch-Polizisten nur jede Menge Menschen, die johlen und voll abgehen und die Jury ist auch der Meinung: das war spitze! 30 Punkte – Finale.
120_0653Das Publikum will ein Fünfer-Finale – das soll es haben. Mriri beginnt und geht etwas den Bach runter mit unendlichen Vierzeilern und einem seiner verstorbenen Frau gewitweten Text. Henrik versprüht Pferdemarkt-Flair mit seinem Dating-App-Tinder-Text und seinen persönlichen Feldversuchen auf diesem Sex- und Wegwischacker. MYLF haben etwas beobachtet, sind der Meinung, dass etwas stattfände und berufen sich auf Ottakringer-Sponsoring. Lina feiert ein Jahr keine Schule mit ihrem Bio-Wiederholungstext, der uns auf Schilddrüsen und Nieren prüft – Ottakringer Bio-Shit – Jeah! Und Elias macht Werbung für die NBO (No Brain Organisation) Bundesheer, die mit Gummizellen für Kritiker und Kampftrinken in der Ausnüchterungszelle aber vor allem mit Respekt für den Schlamm aufwarten kann. Jawoll! The points are not the point. The point is poetry.
Respect the poets and adore the Bim!


MYLF gewinnt, Hirschl folgt, dann Lina, Henrik und Mriri.

120_0640Toller Slam, tolle Texte, keine Krawalle aber super Stimmung. BusBimslam at it’s best!
Ein dreifaches Juhui und bis morgen um 17 Uhr im 17. Bezirk am Elterlein-Platz.
Mit dabei sind: Klaus Lederwasch – der Ö-Slam-Champ 2012, der ungarische Poesie-Legionär Gyula Angyal, Strahlemann Jonas Scheiner und das Texttorpedo Andi Pianka.
2014-06-16 17.31.41-2

Eine Hälfte der SiegerInnen hält brav den Preis in dei Kamera: Wien schön trinken!
(der bestrecherchierte Wien-Lokal-Führer!) Vielen Dank Milena Verlag für das Sponsoring!

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freitag der 13. juni, 13 uhr, nachtrag

BUSBIM in Hietzing war wieder eine Freude! Teilgenommen haben: Lyreley, Ana, Gyula, Yannick, Jonas, Simon Tomasz, Osama und Georg Harlekin

Wie es sich für Hietzing gehört wurde etwas nasal und mit Wiener Dativ moderiert und geslammt und Publikum von alt bis jung war auch da.

Im Finale traten nochmal Yannick, Jonas und Lyreley auf. Danach war noch f13 Slam gehosted von El Awadalla (Freitag der 13. Slam) und es war ein sonniger, schöner, poetischer Nachmittag. Jonas hat gewonnen, Lyreley auf Platz 2 durch Streichwertung und Yannick auf Platz 3.

Liebe,
yours,
yasmo

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Schaut mal, wir sind im Fernsehen!

Oder jedenfalls fast. Die Wiener Linien haben einen sehr schönen Spot über den ersten BusBimSlam 2014 am 1. Juni um 1 Uhr nachmittags gedreht. Philipp Schlögl trägt die Technik und moderiert mit Yasmin Hafedh, Clara Felis hilft tragen, Markus Köhle, Mieze Medusa, Christopher Hütmannsberger kommen zu Wort, das Publikum kommt zum Zuhören und Applaudieren und Jurytafeln in die Höhe halten!

Wir freun uns!
Mieze Medusa

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BBS #15 Heimspiel für Tschif

Pünktlich um 15:00 Uhr im 15. (Dialekt-Slam) Bezirk eröffnete „Hausherr“ Tschif den 15. Bus Bim Slam 2014 und „opferte“ sich gleich mit einem klerikalen Mundarttext.
Das Wetter war ideal, der Standort auch und das Publikum ganz besonders. Die Startnummernauslosung durch Babsi (die gemeinsam mit ihrem Partner zum ersten Mal Poetry-Slam-Luft schnupperte) bescherte der multilingualen Melamar die undankbare Startnummer 1. Als Hommage an den „Dialekt-Slam-Bezirk“ besann sich „Melamar Poetry“, wie sie sich auf facebook nennt, ihrer „Lovanttoler“ Wurzeln und berührte nicht nur den Slammaster mit ihren Erinnerungen: „Woaß i noch, wias im Gedax (undurchdringliches Gestrüpp) Nestaln gebaut hobn, wias ban Groamdn (steirisch „Grummet“ – die zweite Heumahd) grochn hod und – so spannte sie den Bogen zum Opferlammtext – wias in Pforra in Schnops eidunkt ham“.
Die einige Jury vergab 24 Punkte für den, im lieblichen karntnerischen Idiom performten Text.
Starnummer 2 bekam Elias Hirschl zugelost, der offenbar nicht wusste, dass sich im 15. Bezirk die Straßenbahnen nach den Slammern richten. Der U20 Staatsmeister 2012 performte seinen Text nämlich mit einer solch atemberaubender Geschwindigkeit, dass jedem „amoklaufenden Revolutionär“ kalte „Kometenschauer“ über den Rücken liefen. Die rhetorische Frage: „Warum stürtzt Du nicht die Regierung?“ blieb unbeantwortet, aber das Urteil des freundlichen Kebab-Stand-Betreibers („perfekt!!!“) war genau so verdient wie die 27 Punkte der Jury.
Andi Pianka – open mic Veranstalter und BBS-Profi ging mit Hut und der Startnummer 3 an den Start. Trotz erklärender Einleitung überraschte der eifrige Slammer mit einem, an skurillen Wortschöpfungen kaum mehr zu überbietenden Text (der „Kastanienbeatmer mischt Pfirsichshampoo mit Nobelkäse in der Omelett-Kajüte“).
Das Publikum wertete einheitlich (und zum Wohlgefallen des MCs additionsfrei) und vergab 24 Punkte (zur Info für Nichtinsider: der höchste und der niedrigste Achter wurden gestrichen).

Mit Startnummer 4 ging wieder ein Liebling der österreichischen slamily, der „Beute-Franke“ „Osama bin Slammen“in Rennen. Der poetische Reisebericht über eine Fahrt nach „Margas“ finalisierte nach der interessanten Definition eines „Abend-teuer“(s) und der Frage „wo ist dein Ausweis?“ mit der, durch die Wiederholung noch eindringlicher wirkenden Aussage: „Die Sache ist ernst!“. 26 Punkte für Markus „Osama“ Neumann.

An᷉a (mit nur einem „n“, aber dafür mit Welle) war als nächste an der Reihe. Sie trat nicht auf, sie „erschien“ – mit einem durchaus regelkonformen Textblatt von ca 95 cm Länge (war das ein Produkt aus einem Nadeldrucker?).
Sie erzählte die Geschichte (storytelling gehört unbedingt auch zum Poetry Slam!) von einem kleine Türken; eine „irrelevante“ Geschichte, wie An᷉a meinte, nur der Tet war in Rudolsheim-Fünfhaus, in ganz Wien, in Österreich alles andere als „irrelevant“
Warum müssen wir eigentlich sagen, der Text über mangelnde Zivilcourage war „mutig“? Vielleicht erleben wir Zeiten, in denen wir diese Aufforderung nicht mehr brauchen! Das Voting der Jury (28 Punkte) bestärkt mich in dieser Hoffnung!


Als Sechste stellte sich Janea dem Publikum, hinterfragte uns „warum so schlecht drauf?“ und „wo hast Du Deinen Traum her?“, forderte auf, „den falschen Knoten zu lösen“ und in eine (die richtige) Richtung zu gehen. Wieder sehr einheitliche 24 Jurypunkte.
Startnummer 7 wäre beinahe übersehen worden (was bei Simon Tomaz eigentlich eher selten vorkommt). Aber dank Unterstützung der BBS-Profis konnte auch Simon seinen Text vortragen, und wie !!!
„Torte statt Worte“ sein Wahlslogan und in der Torten(Wahl)schlacht bekamen nicht nur die SCHWARZwälder Kirschtorte, die ROTE Erdbeertorte, die BLAUE Tintenfisch-Torte (schmatz!), nein alle Parteien ihr Fett ab. Die NEOS beschwerten sich über GRÜNE Hasch-Cookies und das Team Stronach war wie immer ein wenig ratlos, weil niemand zum Backen zu finden war.
Für den Parlamentsbericht von Simon Tomaz gab es 28 Punkte.

Nun war es wiederum eine Frage der Zeit bzw. Zeit für Fragen, die natürlich Andi „ALSO“ Plammer stellte.
Er stellte sich in der „Gauß´schen Reihe“ ganz hinten, an entwickelte den neuen Billa-Werbeslogan („nein, künstlich!“) hinterfragte den Begriff DamenMANNschaft und freute sich auf ein Bier aus dem Molekühlschrank.
Keine Frage, die 27 Punkte waren mehr als verdient!

Als letzte in der Riege der tollen PoetInnen trat Clara Felis an, die die Mehrfachbelastung (Equipment-Transport, Aufbau und aktive Slammerin) locker wegsteckte und „darauf vertraute, gerettet zu werden“
„Aufstehen, zur Arbeit, nach Hause, Schlafen, Aufstehen, zur Arbeit …“ kann, wird, muss sich ändern!
Toller Text, tolle Performance, tolle 28 Punkte!“

Nach kurzer Diskussion war klar, so kann man nicht aufhören – auch weil das Publikum mehr hören wollte!

Das Finale eröffnete Clara Felis mit ihrem interaktiven Text „tok, tok, tok!“, Simon Tomaz mit seinem Buchtitel-Text (wieviele Titel hat er in seinen dünnen und dicken Frauen-Geschichten eigentlich verarbeitet?) und An᷉a stellte fest, dass das Bett zu groß oder sie zu klein sei, wenn „er“ nicht da ist.

Clara – clare Siegerin mit einem ganzen Punkt Vorsprung vor den beiden Zweitplatzierten An᷉a und Simon.

Das der BBS # 15 der vorläufige Abschluss von Tschifs Slam- und Eventmarathon war (BBS #10 und Dialekt Slam am 10., BBS # 11 und Habakuk-Slam in LE am 11., BBS # 12 am 12., 13. Wasserweltfest mit 3000 Besuchern am Freitag den 13. und Samstag – internationales Friedensfest im Vogelweidpark sowie „Rettet das Funkhaus“ am Karlsplatz) merkte man zwischendurch deutlich; durch die grandiose Unterstützung vor allem durch Andi Plammer und Clara Felis wurde der 15. BusBimSlam aber zu einem (manchmal etwas holprigen, dafür sehr lustigen), tollen Event!


Am 16. findet dernächste BBS statt, klarerweise im 16. Bezirk (in der Näher einer Brauerei, deren Name mir im Moment nicht einfällt!)
Alles Liebe
aus Leoben bei Göss
Euer Tschif

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14. Juni, 14.00 Uhr, Baumgartnerhöhe, 48A

2014-06-14 15.14.17Wie oft kommt hier eigentlich der Bus vorbei? Oder sollen wir doch lieber die Rettung und Polizeiautos nehmen? Nein, einigen wir uns auf den 48A, der kommt trotz Regenbogenparade oder gerade deswegen so ca. alle 7 Minuten, d.h. kein Stress für LeserInnen, genügend Zeit. Apropos, wir hatten heute bei unsicherem Wetter (es hat immer wieder kurz getröpfelt, aber eigentlich nie richtig geregnet, die Sonne war hinter den Wolken versteckt und hat trotzdem zu einem leichten Sonnenbrand der Moderatorin geführt) 8 Anmeldungen und ein gutes Publikum, dass es sich in der netten Wiese fein gemacht hat. So solls sein.

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Stefan Lotter – der Steirerbua in Wien hat uns die Öffis erklärt und mitgeteilt, dass er ein Häuserl in der Bim vermisst. Andi Pianka – war etwas Romantischer: „Wenn du mich liebst, dann wirst du mich finden.“ Osama – der Franke in Wien, findet Menschen toll und schlafen noch besser, egal zu welcher Tageszeit. Stefan Tardy – mit französischem Nachnamen der eigentlich aus Ungarn stammt, hat mit seinem Talent Stimmen nachzuahmen begeistert, von den tratschenden, edlen Damen im Bad, einem Betrunkenem und Rudolf Kirchschläger hat er nichts augelassen. Andi Petö – der Tiroler mit italienischen und ungarischen Wurzeln (ach sind wir heute mal wieder international) hat sein Liebeslied an den Poetry Slam mit uns geteilt, „die geile Sau“ oder „du Mahnmal ohne Zeigefinger“, sowie „Luftschloss der geflügelten Worte“, einfach „der Soundtrack meines Lebens.“ Lore – die Kärntnerin die sich in Breitensee niedergelassen hat, beschreibt die Bim mit folgenden Worten: „Sie schlenkelt sich durch alle Kurven“. Andi Plammer – „hat die Orientierung verloren“ wenn wundert es, er ist ja bei jedem Bus Bim Slam mit dabei ;-)) Eva – ein Neuzugang mit Klappstuhl ausgerüstet, die meint „wir sind so frei, wie wir es zulassen“.

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Finale: Osama versus Andi Plammer.

Osama: „Ich fühlte mich so richtig, wie schon lange nicht mehr.“

Andi Plammer: „Meine Geldbörsenperformance ist unter jeder Sau.“

And the winner is …. Andi Plammer. Gratulation!

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2014-06-14 14.00.56Nach dem Slam wollten wir die tollen Torten im Pavillon 24 verkosten, oh nein, da war dann leider schon geschlossen. Wir waren froh, dass die Espresso Alm geöffnet hatte. Da kam dann Urlaubsfeeling auf, denn der Kellner sprach nur italienisch. Wir haben trotzdem bekommen, was wir wollten und den feinen Bus Bim Slam im 14ten ausklingen lassen. Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut und auf ein anderes Mal!

Fotos: (c) Stefan Lotter

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Bus Bim Slam vom 12. Juni 2014 (H. C. Artmanns 93. Geburtstag)

Christian Schreibmüller SL_BB_NFL

Auf dem weltberühmten Schedifkaplatz im 12. Wiener Bezirk finden sich zu der an klassischen Assoziationen kaum zu übertreffenden Zeit „Zwölf Uhr mittags“ acht BusBimSlammerInnen ein. Moderator Christian Schreibmüller räuspert sich und trägt, als „Opferlamm“, 4 Gedichte im Wiener Dialekt vor. Osama eröffnet sodann mit dem Text „Über Kunst reden“ und radikalisiert seine Aussage bis zur Behauptung, über Kunst zu reden sei wie Scheißen. Tschif schließt an mit dem darauf gut passenden Text „Alles Bio“, wodurch wir staunend von „Bio-Wodka“ erfahren, der womöglich gar aus „Bio-Afrika“ stammt. Ein Bio-Urlaub im „warmen Bio-Kärnten“ wird empfohlen – alles bio. Andi Plammer fügt BildBildBildBildBildBildBildBildBildBildden 6873 kniffligen Fragen, die er der Welt bereits gestellt hat, ca. 50 weitere hinzu: „Fliegen kleine Astronauten in den Mikrokosmos? Bauen gute Architekten um Häuser besser? Leiden Gärtner unter Strauchdieben? Ist ein Selbstmörder auf dem Dach eines Wolkenkratzers, von unten betrachtet, der springende Punkt? Nennt man Hinterteile von Wettfurzern ‚kommunizierende Gesäße‘? Wie soll bei einem Alkoholiker der Asbach uralt werden?“

Als vierter Kombattant regt Andi Pianka einen „privatisierten Bundesbahnblues für Stronach“ an. Der einzige Wortschatz Mancher erschöpfe sich im „Schatz im Silbersee“. KHG habe den K2 zum größten Schuldenberg erklärt und dafür das große Ehrenkreuz am Bandwurm verliehen bekommen. In Melamars Text „Der kleine Wurm im Elfenbeinturm“ tritt eine Christina aus der Bukowina verbal gegen eine Signorina Gina an, die ihr Geld mit ihrer …verdient, und trotz Tourette-Syndrom schenkt Einer ihr „reinen Reim ein“. Jimi Lend trägt mit theatralischer Verve aus seinem Buch „Mundlandungen“ vor: Lauter wuchern Ohrenkeime und auf Kissen küssen junge Hasen alte Bären – sofern wir das jetzt nicht tendenziell missverstehen und unzulässig zusammenfassen.

El Awadalla weist auf den Tags zuvor vor dem Zentralfriedhof stattgefundenen und sich zum Skandal gemausert habenden Bus-Bim-Slam hin, erwähnt den „Vormerkschein fias Ehrengråb“und merkt an, „aa im Ehrengråb fressn di gwehnliche Wiam“. Sie fragt, warum Ikea noch keine Särge anbietet, „de wos ma se söwa zaummschraufm kau“. Die gebürtige Kärntnerin Barbara Sabitzer schließt den Reigen mit „Kommunikation mit Bauern“: „Hot da Baua Holz voa da Hittn, treibtas grood mit aana Schnittn. Foat da Baua mit’m Rad, tuat a sich und Aundan Laad.“

Als Sieger des literarischen BusBimBoxens geht der Nestor der in Wien lebenden Steirer DialektpoetryslammerInnen hervor, unser lieber Tschif, mit 27 von maximal 30 erreichbaren Punkten, 90%! Ihm bleibt dicht auf den Fersen, bzw. dicht auf den Versen, Andi Pianka mit 26 Punkten. Platz 3 belegen ex aequo Melamar, Jimi Lend und El Awadalla.

 

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Bus Bim Slam 7. Juni 2014, 7. Bezirk, 7p.m.

14-06-07 BusBimSlam 12

Nun wird schon eine Woche busbimgeslammt, d.h. im öffentlichen Raum, die Lesezeit wird von der vorbeifahrenden Straßenbahn vorgegeben, in diesem Fall die 48er, an einem Samstag Abend, d.h. recht lange Intervalle waren zu erwarten oder eben das Gegenteil, will heißen recht Kurze.  Gleich der erste Starter – Nano Miratus – bekam das zu spüren, sein Text wurde nach knapp einer Minute abgebrochen, so sind die Regeln, auch das Leben ist ungerecht ;-))

14-06-07 BusBimSlam 110 SlammerInnen (Nano Miratus, Concerto Crystall, Lina Madita, Schreibi, Janea, Yvonne, Clara Felis, Mriri, Hirschl, Baasztian;) waren am Start bzw. an der Straßenkreuzung bereit, ihr Bestes zu geben. Den Einzug ins Finale schafften: Lina Madita – „dass von Anfang an klar ist, ich quatsch dich nicht an“, Schreibi – „ein Schreibmüller hat es nicht einfach mit diesem Namen“, Janea – „irgendwer kann einfach nicht mehr weiter, obwohl er gerne wollte“, Yvonne – „ich würde gerne mit dir fliegen“.

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Überzeugt hat die ca. 70 Leute auf der Straße dann Schreibi und er gab uns folgende Worte mit auf den Heimweg: „Für jeden wars Leben doch irgendwie schön!“

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Ach ja, die Polizei war auch wieder mal da, wie alle Jahre, Anrainer haben sich beschwert, dass eine Demo stattfindet. Die Anrainer hätten mal besser zuhören sollen, aber das ist eine andere Geschichte. Ich freu mich aufs nächste Jahr.

Alles Liebe,
*diana*

Fotos: (c) Sylvia Huber

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