BBS #20 mit erweitertem Aktionsradius

Die 600 kilometrige Anreise war trotz RBR-Stau (Red-Bull-Ring-Stau in „Heim-Spielberg“) unproblematisch und dank meines neuen „Tom-Tom´s“ (das die ältliche „Jutta“, die mir auf Grund fehlender updates die Radarfallen verschwieg, ersetzte) wahrscheinlich auch billiger, aber …
… ich schweife ab!

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Wie fast immer einer der ersten am BBS-Schauplatz: Andi „ALSO“ Plammer, die gute Seele des BusBimSlams; heute nicht nur Mitorganisater, Finanzdirektor sondern auch „geladender Slammer“ in einer Person. Nur unwesentlich später rollt schon das komplette Equipment an, geliefert von Clara Felis – Organisatorin der Fahrradspedition „Heavy Pedals“ – an.

Bei solcher organisatorischer Hilfestellung war es durchaus ein vorfreudiges Vergnügen, auf das Eintreffen der „geladenen“ sowie der sich zu ihnen gesellenden „offenen Liste-SlammerInnen“ zu warten. Die Pünktlichsten waren übrigens die um 19.58 h eintreffenden Adina und Felix Kaden.
Einzig auf den „geladenen“ steirischen „Bussi-Bär“ Mario Tomic, der ein wenig „Anschlussprobleme“ mit den Wiener Linien hatte, mussten Janea, Simon Tomaz, Elias Hirschl, Yvonne, Mri Mri und Jimi Lend ein wenig warten.

Fast pünktlich (war es wirklich 20 Sekunden nach 20:00 h am und im 20ten ?) eröffnete Opferlamm und MC Tschif mit einer Hommage an die, eher nicht des österreichischen Dialekts mächtigen, westlichen Nachbarn (die wir nach dem Militärmusiker und Komponisten liebevoll „Piefke“ nennen dürfen).

Angemerkt sei, dass vor „Anpfiff“ des Slams ein Zwischenstand von 13:0 (SlammerInnen vs. Publikum) zu vermelden war. Nach dem – der WM-Zeit angepassten – Opferlammtext kam es zur ersten, eher amüsanten Intervention.
Hiezu muss man wissen, dass es seit Bestehen das BusBimSlams Diskussionen um den Standort „Gaußplatz“ gab, weil beim gegenüberliegenden „aktionsradius“ immer zeitgleich eine Musikveranstaltung stattfindet. Und, um Wilhelm Busch etwas frei zu zitieren: „Musik wird (beim Slam) störend oft empfunden, weil sie meist mit Geräusch verbunden“.

Doch 2014 scheint alles anders. Der Slam war noch keine 5 Minuten alt, beschwerte sich ein „aktionsradius-Abgesandter“ über die Lautstärke des Poetry Slams („ihr seid´s ja lauter wie unsere Musik!“).

Das Problem wurde durch Claras gefühlvolle Regleradjustierung und durch eine 15gradige Boxenausrichtungskorrektur gelöst, bevor es eigentlich aufgetaucht war.

Inzwischen hatte sich auch schon ein, durchaus internationales Publikum (mit einer „Hessin“ aus dem Waldviertel) eingefunden, das von der unauffällig-quirligen Clara mit „Wien-Energie-Sitzpolsterln“ versorgt wurde. Nach der Startnummernauslosung durch Cornelia, die als Belohnung für ihre „Glücksfee-Arbeit“ gleich auch Jurykarten erhielt, eröffnete Andi “ALSO“ Plammer den BBS #20 mit der undankbarsten aller Startnummern und mit, durch Werbeslogans aufgepeppte Schlagzeilen („wenn es auf dem Hadsch nach Mekka kan Almdudler gibt, gemma wieder ham“). Die Feststellung, dass „Steinhof“ „ein Fall fürs Parlament“ sei, kam 10489859_820867917923282_4755229466025052750_nwenig überraschend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ergebnis waren additionsfreie 24 Punkte.

10384808_820867784589962_4735848778305194386_nDer gras(an)bauende aus Graz angereiste Super-Mario Tomicträumt mitten auf den Wellen“ „von Kugeln“, schloss mit dem Kernsatz „Liebe statt Öl“ und wurde mit 28 Punkten belohnt.
Der steirische Eremit Jimi Lend las diesmal nicht aus SEINEM Buch sondern parlierte über die „kosmische Endlösung“ des „low rangers“. Für den „heiteren, südsteirischen Panther“ gab es 26 Punkte und, wie für alle vor und nach ihm, viel Applaus.

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viva la revolution“ tönte es über den Gaußplatz, als der „rosenbeglückte“ Felix Kaden seine „Hymne auf die Grashalme, auf das Gras“, losließ. Der, das Publikum zur Interaktion bewegende Aufruf „gebt das Gras frei!“ brachte dem sympathischen Gast aus Erlangen 29 Punkte.
Startplatz 5 für die 5-fach belastete Clara Felis (Antransport, Aufbau, Tontechnik, Slammen und Abtransport). Trotzdem hatte die wahrscheinlich sportlichste aller Slammerinnen noch genügend Puste um „ihre Pusteblumen ziehen zu lassen“.

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Die „ungeduldigeAdina sagt vorab einmal „lautlos ´Danke´“, verwechselte zwischendurch die im Einsatz befindliche Polizei mit der einfahrenden Bim (was fast zu einem „Zuckerschock“ führte) und wollte sich „nicht belehren lassen; wohl weil sie auf dem richtigen Weg war“. 27 Punkte für die „geladene“ Adina.

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Der Körper lügt nicht!“ deklamierte Yvonne fast beschwörend. Auch wenn sie betont, dass sie „des Lügens“ (ihres Körpers?) “leid sei“ und sich vornahm „zu schweigen“, Publikum und Jury waren froh, dass sie es nicht tat und „eine Antwort fand“. 28 Punkte für einen ruhigen aber eindringlichen Text.

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Von Elias Hischl wussten wir, dass er „alles besser machen würde“ und sogar „ein besserer Hitler sei (der das Stauffenberg-Attentat NICHT überlebt hätte)“. Für den, „zwischen Libanon und dem Eiffelturm“ pendelndem „Revolutionstouristen“ gab es mehr als eine „mittelextreme“ Wertung, nämlich das Höchstvoting von 30 Punkten.
Die Neo-Krimiautorin Janea brachte als ersten Text einen sehr bildhaften Stimmungsbericht aus dem Büro von Mike Hammer (ohne den Kultdedektiv der 80iger Jahre namentlich zu erwähnen).
Beim „Zollkontrolletext“ der „Rucksacktouristin“ fühlte vor allem das weibliche Publikum mit, kamen doch bei der „Feuerzeugsuche“ auch weibliche Utensilien zum Vorschein, die besser verborgen geblieben wären. Auch der dritte Text über die Essgeschwindigkeiten war „krass“. Und wieder einmal addiditonsfreie 24 Punkte für Janea.
Der (außer vom MC) nicht zu übersehende Simon Tomaz animierte das, immer zahlreicher werdende Publikum schon vor seinem „Wahl-Torten-Schlacht-Text“ so gekonnt, dass neu Hinzugekommene nicht wussten, ob es sich um eine Demonstration oder um die Gründungsversammlung der STP („Simon Tomaz Partei“) handelt. „Torte statt Worte“ brachten Simon Tomaz 27 Punkte.
Startnummer 11 schließlich für Robin Mri Mri und seine subtilen Kurztexte. Das Publikum reagierte oft erst nach dem übernächsten Text, so langsam sickerten die Pointen des regierenden U20 Meisters. Die Jury „hendelte“ die Performance und vergab 25 Punkte.
Für den Slammaster standen die Sieger eigentlich schon fest (eigentlich ALLE, die bei dem tollen BBS am Gaußplatz aktiv waren), aber sowohl SlammerInnen und Publikum forderten vehement ein Finaaale!

Dieses eröffnete die „liebenswerte“ Yvonne mit einem Wien-Text „entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn“, in dem sie „Kindheitserinnerungen der (Vor)Vergangenheit“ verarbeitete. 26 Finalpunkte plus 28 Punkte aus der Vorrunde ergaben 54 Punkte und den dritten Platz in der Endabrechnung.

„Supermario“ Tomic finalisierte seinen Gaußplatz-Auftritt mit zahlreichen „Onlinern“ und Kürzest-Schüttelreimen und verfehlt mit 53 Gesamtpunkten das Podest denkbar knapp.
Felix Kaden, der Gast aus Erlangen, konterte mit „endorphinen Delfinen“ versetzte sich in einen „Rauschzustand“ der ihm „zustand“ – Gesamtscore 57 Punkte!!!

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Elias Hirschl kämpft mit dem „Telefonanschluss des Telefonanschlusses“ und in weiterer Folge auch mit der Technik. Seine Batteriern waren zwar nicht „alle“, wohl aber die der mobilen Tonanlage. Dies hinderte ihn aber keineswegs, seinen Text bis zum „Handyanschluss“ zum Schluss zu bringen und die 57 Punkte des Erlangener Felix´ einzustellen.

2 Sieger, 2 Käppies (aus Göss bzw. Leoben), 2 (oder mehr?) Bücherpreise
und
EIN ganz toller BusBimSlam!

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PS.: Die anschließende Label-Party von Rufzeichen Records (mit Mieze Medusa und Yasmo), der Uni-Slam am Samstag und die anschließende Tschechien-Reise sind 3 Gründe für die vespätete Einstellung dieses Blogs.

Dafür entschuldigt sich untertänigst
Euer Tschif

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Über jimilend

Transformer Performer Terraformer :*
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