Das letzte Einhornüsschen am Elterleinplatz

DSC00631Ja, der Elterleinplatz ist heiß umkämpft. Die Zeit ist gut – 17 Uhr – der Ort ist gut – Platz mit Sitzgelegenheit und Überdachung. Die letzen zwei Jahre ließ sich die BusBimSlam-Crew immer vertreiben, weil ja die anderen immer die Wichtigeren sind. Aber dieses Jahr nicht. Das hatte mehrere Gründe. Zum Einen war da ein Forschungsstand mit Mikroskopen aufgestellt, die wollten nur schauen und störten sich nicht an Redebeiträgen (außerdem ist das Mikroskop dem Mikrophon ja auch wirklich nah). Zum Anderen marschierten da die KopfhörerkonzertmusikerInnen auf und die schalten die Umwelt ja ohnehin aus.
Also – ein harmonisches Nebeneinanderher und gegenseitig Befruchten war angesagt, Publikum sammelte sich, vermehrte sich natürlich, nein, schneller, quasi karnickelgleich und so konnte um PUNKT SIEBZEHN Uhr der 17. BusBimSlam am Elterleinplatz mit 9 PoetInnen starten.
DSC00602Andi Plammer gab das Opferlamm und die 9er fuhr ihm gleich gnadenlos in seinen Rehpublik Österreich Text. Aber alles halb so schlimm, denn inzwischen war die gezogene Nummer 1 – Jonas Scheiner – bereits eingetroffen und hopste sogleich auf die Bühne vor dem verkleideten Brunnen und legte mit traurigen Seefahrtswahrheiten los. Das war nur vermeintlich lustig aber richtig gut und das Publikum wusste den Text mit 27 Punkte zu würdigen.
Gyula Angyal war die Nummer zwei, beschäftigte sich mit dem Wir-sind-Wien-Slogan und gab preis, dass Carpe diem sein Slam- und Lebensmotto ist und erntete dafür 21 Punkte.
DSC00608Andi Pianka thematisierte Post- und Präservativ-Gedankenspiele, sinnierte über das Anbraten und das Anmikrowellen und fuhr damit 26 Punkte ein.

Anni zog flott und konnte meine Schrift wunderbar entziffern. Ihrer Order folgend musste nun Pascal Optional ran. Der hatte auch was über Flucht zu erzählen und baute sich überdies ein haus aus Ausrufezeichen: 27 Punkte
Peter Alexius thematisiere auf fast schon schmerzhafte Weise die Großstadteinsamkeit und erzählte von Menschen, die sich an Taschen festhalten und die nur mehr Lippenstift temporär stark macht: 23 Punkte
Jasmin hatte es mit der Zeit und dem Frust. Mit der Zeit gehen ist nicht mehr – konstatierte sie. Viele schwimmen in der Zeit und gehen in ihr unter. Das wurde verstanden und abgenickt: 24 Punkte
Pascal im Finale.
DSC00621Die dritte Runde eröffnete der Cowboy in Schwarz, der um die Ecke wohnt, problemlos zwischen Deutsch-Englisch-Wienerisch switchte und vom Freitag, den 13. der ein Vollmondtag und der Geburtstag von Noah Huber war, berichtete: 23 Punkte
Der steirische und noch Neubau-Powerriegel Jimi Lend gab sich pathetisch-romantisch liebesentflammt, hatte die 9er Bim auf seiner Seite und bewies die Fiktionalität (seiner) SlamTexte, indem in seinem Text von „so einem Skelett wie mir“ die Rede war und er sich als Luchskiller outete: 24 Punkte
Dann war es an der Nummer 9 so lange Tiere auf das zahlreich Publikum prasseln zu lassen, bis die 9er um die Ecke bog und dem Zoo-Treiben von Klaus Lederwasch ein Ende machte: 29 Punkte und – weil zwei Zehnen – die WELLE für Tierfreund Klaus.

Das Finale eröffnete der lucky loser Andi Pianka und er gab alles was er hatte, überschlug sich förmlich, um seine Zahntechnikerreime HC zu Ende zu kriegen und die Jury belohnte diese Hast mit 28 Punkten.
Jonas Scheiner hatte Bim-Pech aber seine Emo-Lyrik kam dennoch an: ebenfalls 28 Punkte.
DSC00613Pascal Optional offenbarte uns, dass er keine Tassen mehr im Schrank, aber 13 in seiner Spüle habe. Er sprach über die Lieblingsdrogen der schreibenden Zunft wurde verstanden und mit 26 Punkten abgespeist.
So war es an dem sympathischen steirischen Bartträger mit Hang zum Tierischen, das Feld von hinten aufzurollen und abschließend mit seinem Einhorn-Splatter-Märchen samt Bauchstichen, Zickzackschlitzen und behörnten Hamstern das Höchstvoting von fünf Mal der 10 einzuholen – Doppelwelle und Sieg für Klaus Lederwasch.
DSC00630Der Elterleinplatz tobte, MC Markus Köhle gratulierte und überreichte das Siegerbuch: Radfahren schön trinken

Morgen um 18 Uhr im 18. Bezirk – am Kutschkermarkt – geht es weiter mit dem BusBimSlam 2014 – be there!

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