BBS #15 Heimspiel für Tschif

Pünktlich um 15:00 Uhr im 15. (Dialekt-Slam) Bezirk eröffnete „Hausherr“ Tschif den 15. Bus Bim Slam 2014 und „opferte“ sich gleich mit einem klerikalen Mundarttext.
Das Wetter war ideal, der Standort auch und das Publikum ganz besonders. Die Startnummernauslosung durch Babsi (die gemeinsam mit ihrem Partner zum ersten Mal Poetry-Slam-Luft schnupperte) bescherte der multilingualen Melamar die undankbare Startnummer 1. Als Hommage an den „Dialekt-Slam-Bezirk“ besann sich „Melamar Poetry“, wie sie sich auf facebook nennt, ihrer „Lovanttoler“ Wurzeln und berührte nicht nur den Slammaster mit ihren Erinnerungen: „Woaß i noch, wias im Gedax (undurchdringliches Gestrüpp) Nestaln gebaut hobn, wias ban Groamdn (steirisch „Grummet“ – die zweite Heumahd) grochn hod und – so spannte sie den Bogen zum Opferlammtext – wias in Pforra in Schnops eidunkt ham“.
Die einige Jury vergab 24 Punkte für den, im lieblichen karntnerischen Idiom performten Text.
Starnummer 2 bekam Elias Hirschl zugelost, der offenbar nicht wusste, dass sich im 15. Bezirk die Straßenbahnen nach den Slammern richten. Der U20 Staatsmeister 2012 performte seinen Text nämlich mit einer solch atemberaubender Geschwindigkeit, dass jedem „amoklaufenden Revolutionär“ kalte „Kometenschauer“ über den Rücken liefen. Die rhetorische Frage: „Warum stürtzt Du nicht die Regierung?“ blieb unbeantwortet, aber das Urteil des freundlichen Kebab-Stand-Betreibers („perfekt!!!“) war genau so verdient wie die 27 Punkte der Jury.
Andi Pianka – open mic Veranstalter und BBS-Profi ging mit Hut und der Startnummer 3 an den Start. Trotz erklärender Einleitung überraschte der eifrige Slammer mit einem, an skurillen Wortschöpfungen kaum mehr zu überbietenden Text (der „Kastanienbeatmer mischt Pfirsichshampoo mit Nobelkäse in der Omelett-Kajüte“).
Das Publikum wertete einheitlich (und zum Wohlgefallen des MCs additionsfrei) und vergab 24 Punkte (zur Info für Nichtinsider: der höchste und der niedrigste Achter wurden gestrichen).

Mit Startnummer 4 ging wieder ein Liebling der österreichischen slamily, der „Beute-Franke“ „Osama bin Slammen“in Rennen. Der poetische Reisebericht über eine Fahrt nach „Margas“ finalisierte nach der interessanten Definition eines „Abend-teuer“(s) und der Frage „wo ist dein Ausweis?“ mit der, durch die Wiederholung noch eindringlicher wirkenden Aussage: „Die Sache ist ernst!“. 26 Punkte für Markus „Osama“ Neumann.

An᷉a (mit nur einem „n“, aber dafür mit Welle) war als nächste an der Reihe. Sie trat nicht auf, sie „erschien“ – mit einem durchaus regelkonformen Textblatt von ca 95 cm Länge (war das ein Produkt aus einem Nadeldrucker?).
Sie erzählte die Geschichte (storytelling gehört unbedingt auch zum Poetry Slam!) von einem kleine Türken; eine „irrelevante“ Geschichte, wie An᷉a meinte, nur der Tet war in Rudolsheim-Fünfhaus, in ganz Wien, in Österreich alles andere als „irrelevant“
Warum müssen wir eigentlich sagen, der Text über mangelnde Zivilcourage war „mutig“? Vielleicht erleben wir Zeiten, in denen wir diese Aufforderung nicht mehr brauchen! Das Voting der Jury (28 Punkte) bestärkt mich in dieser Hoffnung!


Als Sechste stellte sich Janea dem Publikum, hinterfragte uns „warum so schlecht drauf?“ und „wo hast Du Deinen Traum her?“, forderte auf, „den falschen Knoten zu lösen“ und in eine (die richtige) Richtung zu gehen. Wieder sehr einheitliche 24 Jurypunkte.
Startnummer 7 wäre beinahe übersehen worden (was bei Simon Tomaz eigentlich eher selten vorkommt). Aber dank Unterstützung der BBS-Profis konnte auch Simon seinen Text vortragen, und wie !!!
„Torte statt Worte“ sein Wahlslogan und in der Torten(Wahl)schlacht bekamen nicht nur die SCHWARZwälder Kirschtorte, die ROTE Erdbeertorte, die BLAUE Tintenfisch-Torte (schmatz!), nein alle Parteien ihr Fett ab. Die NEOS beschwerten sich über GRÜNE Hasch-Cookies und das Team Stronach war wie immer ein wenig ratlos, weil niemand zum Backen zu finden war.
Für den Parlamentsbericht von Simon Tomaz gab es 28 Punkte.

Nun war es wiederum eine Frage der Zeit bzw. Zeit für Fragen, die natürlich Andi „ALSO“ Plammer stellte.
Er stellte sich in der „Gauß´schen Reihe“ ganz hinten, an entwickelte den neuen Billa-Werbeslogan („nein, künstlich!“) hinterfragte den Begriff DamenMANNschaft und freute sich auf ein Bier aus dem Molekühlschrank.
Keine Frage, die 27 Punkte waren mehr als verdient!

Als letzte in der Riege der tollen PoetInnen trat Clara Felis an, die die Mehrfachbelastung (Equipment-Transport, Aufbau und aktive Slammerin) locker wegsteckte und „darauf vertraute, gerettet zu werden“
„Aufstehen, zur Arbeit, nach Hause, Schlafen, Aufstehen, zur Arbeit …“ kann, wird, muss sich ändern!
Toller Text, tolle Performance, tolle 28 Punkte!“

Nach kurzer Diskussion war klar, so kann man nicht aufhören – auch weil das Publikum mehr hören wollte!

Das Finale eröffnete Clara Felis mit ihrem interaktiven Text „tok, tok, tok!“, Simon Tomaz mit seinem Buchtitel-Text (wieviele Titel hat er in seinen dünnen und dicken Frauen-Geschichten eigentlich verarbeitet?) und An᷉a stellte fest, dass das Bett zu groß oder sie zu klein sei, wenn „er“ nicht da ist.

Clara – clare Siegerin mit einem ganzen Punkt Vorsprung vor den beiden Zweitplatzierten An᷉a und Simon.

Das der BBS # 15 der vorläufige Abschluss von Tschifs Slam- und Eventmarathon war (BBS #10 und Dialekt Slam am 10., BBS # 11 und Habakuk-Slam in LE am 11., BBS # 12 am 12., 13. Wasserweltfest mit 3000 Besuchern am Freitag den 13. und Samstag – internationales Friedensfest im Vogelweidpark sowie „Rettet das Funkhaus“ am Karlsplatz) merkte man zwischendurch deutlich; durch die grandiose Unterstützung vor allem durch Andi Plammer und Clara Felis wurde der 15. BusBimSlam aber zu einem (manchmal etwas holprigen, dafür sehr lustigen), tollen Event!


Am 16. findet dernächste BBS statt, klarerweise im 16. Bezirk (in der Näher einer Brauerei, deren Name mir im Moment nicht einfällt!)
Alles Liebe
aus Leoben bei Göss
Euer Tschif

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