Bus Bim Slam vom 12. Juni 2014 (H. C. Artmanns 93. Geburtstag)

Christian Schreibmüller SL_BB_NFL

Auf dem weltberühmten Schedifkaplatz im 12. Wiener Bezirk finden sich zu der an klassischen Assoziationen kaum zu übertreffenden Zeit „Zwölf Uhr mittags“ acht BusBimSlammerInnen ein. Moderator Christian Schreibmüller räuspert sich und trägt, als „Opferlamm“, 4 Gedichte im Wiener Dialekt vor. Osama eröffnet sodann mit dem Text „Über Kunst reden“ und radikalisiert seine Aussage bis zur Behauptung, über Kunst zu reden sei wie Scheißen. Tschif schließt an mit dem darauf gut passenden Text „Alles Bio“, wodurch wir staunend von „Bio-Wodka“ erfahren, der womöglich gar aus „Bio-Afrika“ stammt. Ein Bio-Urlaub im „warmen Bio-Kärnten“ wird empfohlen – alles bio. Andi Plammer fügt BildBildBildBildBildBildBildBildBildBildden 6873 kniffligen Fragen, die er der Welt bereits gestellt hat, ca. 50 weitere hinzu: „Fliegen kleine Astronauten in den Mikrokosmos? Bauen gute Architekten um Häuser besser? Leiden Gärtner unter Strauchdieben? Ist ein Selbstmörder auf dem Dach eines Wolkenkratzers, von unten betrachtet, der springende Punkt? Nennt man Hinterteile von Wettfurzern ‚kommunizierende Gesäße‘? Wie soll bei einem Alkoholiker der Asbach uralt werden?“

Als vierter Kombattant regt Andi Pianka einen „privatisierten Bundesbahnblues für Stronach“ an. Der einzige Wortschatz Mancher erschöpfe sich im „Schatz im Silbersee“. KHG habe den K2 zum größten Schuldenberg erklärt und dafür das große Ehrenkreuz am Bandwurm verliehen bekommen. In Melamars Text „Der kleine Wurm im Elfenbeinturm“ tritt eine Christina aus der Bukowina verbal gegen eine Signorina Gina an, die ihr Geld mit ihrer …verdient, und trotz Tourette-Syndrom schenkt Einer ihr „reinen Reim ein“. Jimi Lend trägt mit theatralischer Verve aus seinem Buch „Mundlandungen“ vor: Lauter wuchern Ohrenkeime und auf Kissen küssen junge Hasen alte Bären – sofern wir das jetzt nicht tendenziell missverstehen und unzulässig zusammenfassen.

El Awadalla weist auf den Tags zuvor vor dem Zentralfriedhof stattgefundenen und sich zum Skandal gemausert habenden Bus-Bim-Slam hin, erwähnt den „Vormerkschein fias Ehrengråb“und merkt an, „aa im Ehrengråb fressn di gwehnliche Wiam“. Sie fragt, warum Ikea noch keine Särge anbietet, „de wos ma se söwa zaummschraufm kau“. Die gebürtige Kärntnerin Barbara Sabitzer schließt den Reigen mit „Kommunikation mit Bauern“: „Hot da Baua Holz voa da Hittn, treibtas grood mit aana Schnittn. Foat da Baua mit’m Rad, tuat a sich und Aundan Laad.“

Als Sieger des literarischen BusBimBoxens geht der Nestor der in Wien lebenden Steirer DialektpoetryslammerInnen hervor, unser lieber Tschif, mit 27 von maximal 30 erreichbaren Punkten, 90%! Ihm bleibt dicht auf den Fersen, bzw. dicht auf den Versen, Andi Pianka mit 26 Punkten. Platz 3 belegen ex aequo Melamar, Jimi Lend und El Awadalla.

 

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