Grey is not a colour of the Balkans – BBS #3

Wien ist eine gute Stadt zum Radfahren und zum Schöntrinken, aber dazu später! 7 SlammerInnen, eine Slammasterin und ein Lastenfahrrad begeben sich gut gelaunt und überpünktlich zum Radetzkyplatz im dritten Wiener Gemeindebezirk. Ein toller Platz: fröhlich durcheinanderfahrende Straßenbahnen, jede Menge Gastronomie, als Schlechtwetterlocation gäbe es eine Brücke, über die regelmässig Züge rattern…

Mieze Medusa, BusBimSlam Das Wetter hält, die Passanten halten auch, wir beginnen damit uns ein Publikum zu erspielen! Zu den geladenen SlammerInnen Clara Felis, Markus Köhle, Yasmin Hafedh und Henrik Szanto gesellen sich aus der offenen Liste noch Gigaritsch, Andi Plammer und Jimi Lend… Damit rittern die PoetInnen in 2 Zweier- und einer Dreierpaarung um den Finaleinzug.

Clara Felis, BusBimSlam, Poetry Slam Wien Clara Felis sucht mit Startnummer 1 zwischen den Menschen, Straßen und Zeilen nach dem, was von dieser Ecke nur ein paar Schritte entfernt sicher schon auf uns wartet, ein Text über das Leben in der Stadt also!
Sie erntet viel erfreutes Feedback in Form von Lächeln und Applaus und außerdem die 8 / 9 / 8 / 10 / 8 = 25 Punkte

Andi Plammer, BusBimSlamAndi Plammer erinnert sich an aller Demut an Dosi…
Daran ist nur der Diebeskummer duld, Oh Dosi, diefe Derzweiflung, du Dabracke!
Die Slammasterin erinnert sich dafür an die beiden alten Damen, die vor dem Slam an ihr vorbeigegangen sind mit den legendären Worten: „Sag, wast du eh wos a Schabracken is?“ – „Ja, des was i eh!“
8 / 8 / 10 / 10 / 10 = 28 Punkte = Finale

Yasmin Hafedh, BusBimSlam Yasmin Hafedh hat entweder mit der gegenüberliegenden Drogerie oder der gegenüberliegenden Apotheke einen Sponsorvertrag abgeschlossen und erzählt uns was über superduper Q14 Aloe Vera Lotions, die mindestens die Welt retten können… Sie macht außerdem etwas mit ihrem Oberarm, das sie erst in eine paar Jahren oder ein paar Kilos machen wird können. 10 / 8 / 9 / 8 / 10 = 27 Punkte = Finale

Gigaritsch, BusBimSlam, Poetry Slam WienJetzt bin ich mir nicht sicher, ob Gigaritsch ihr Slamdebut oder ihr BusBimSlamdebut gegeben hat, sie liest 4 Texte über die großen Themen der Weltliteratur:
Kunst, Liebe, Feminismus und Bier.
Besonders bleibt mir die „Schweißschwestern und Blutsbrüder“ im Gedächtnis, und dass der Bimfahrer extra nochmal gebremst hat, damit eine Frau mit Kind einsteigen und die Poetin ihren Biertext präsentieren kann.
Danke!
8 / 9 / 8 / 10 / 7 = 25 Punkte

Markus Köhle, Wir sind Wien, BusBimSlam, Poetry Slam Wien Markus Köhle performt zuerst auf italienisch, ich versteh nur Pasta senza Gluten, was eine Metapher für Bahnhof ist. Die Zielgruppe, also der italienische Wirt wachelt aber vor Begeistertung mit dem PizzaausdemOfenHohlgerät.
Danach vertextet Markus noch den Wirt nebenan und präsentiert uns einen Text über Solospargel. Als er die Slammasterin mit den Worten „Ich Tarzan du Spargel“ aus der Fassung zu bringen versucht, unterbricht ihn freundlicher Weise die Straßenbahn.
7,5 / 8 / 9 / 9 / 9 = 26 Punkte

Jimi Lend, BusBimSlam, Jimi Lend erzählt ebenfalls mehrsprachig. Die Slammasterin huscht mit aller gebotenen Eleganz währenddessen wiedermal hinter dem Rad hervor um die Neudazugekommen mit Flyern zu versorgen…
Ein wüdes Aug und eine Innocenzia haben eine Rolle gespielt, Jimi verabschiedet sich mit den Worten: „Schiach“, aber die Jury ist nicht seiner Meinung: 8 / 9 / 9 / 7 / 9 = 26 Punkte

Henrik Szanto, BusBimSlamHenrik Szanto ist der letzte Starter… Er will wieder mit Farben auf den Asphalt malen und auch sonst das innere Kind wieder in sich und in uns wecken. Ganz ehrlich, jetzt wäre grad eine gute Gelegenheit 🙂 Sagt mal, schreibt Edding eigentlich auch auf dem Radweg? Keine Angst, wir haben keine Spuren hinterlassen, außer den poetischen. Das Publikum ist angetan und will mehr hören. Es schickt Henrik mit 8,5 / 10 / 8 / 10 / 9 = 27,5 Punkten ins Finale…

Um was geht es denn eigentlich bei so einem BusBimSlam? Naja, ums Erkunden des öffentlichen Raums, um das Publikum, um den Wetterbericht, um die Bim, die wiedermal zu früh kommt und um den Hauptpreis. Der besteht 2014 unter anderem aus der wunderbaren Anthologie „Radfahren schön trinken„, herausgegeben von Markus Köhle und Vanessa Wieser, mit Beiträgen von so wunderbaren SlammerInnen wie: Clara Felis, Mieze Medusa, Andi Plammer, Stefan Abermann, Dominika Meindl, Martin Fritz, Thomas Schutte, Pascal Optional… Hui, nach dem Finale wird auf jedenfall ein Bier bestellt!

Das Finale entscheidet Yasmin Hafedh vor dem zweitplatzierten Henrik Szanto souverän für sich. Andi Plammer wird bei seinem Kriegskritischen Text von der Straßenbahn unterbrochen, das ist uns aber wurscht, das gehört jetzt halt alles einfach mal so gesagt, deshalb lassen wir ihn auch… Dann aber einen tosenden Applaus für die Siegerin des dritten BusBimSlams 2014: Yasmin Hafedh!

Yasmin Hafedh, BusBimSlam, Wien

BusBimSlam, Poetry Slam Wien

Morgen geht’s gleich wieder weiter!
MI, 4.6.2014 16 Uhr 4; Wiedner Hptstr. 8-10 (TU)
Slammasterin: Clara Felis; SlammerInnen: Concerto Crystal, René Monet, Adina, Sophia Gruber.

Und noch ein Tipp in Sachen öffentlicer Raum und Poetry Slam. Slammer. Dichter. Weiter. gönnt sich am Donnerstag, den 5. Juni ab 19 Uhr ein Gastspiel am Yppenplatz!
Mit dabei sind: Fatima Moumouni und Mario Tomic, Moderator Markus Köhle natürlich sowie die DJ Line Brunnhilde.

Und noch was: Der BusBimSlam war im Fernsehen. Noch ein paar Tage lang könnt ihr den Bericht in der ORF TV-THEK nachsehen… Clara Felis ist zu sehen und dann noch Markus Köhle – Poet…
Markus Köhle

Poeten sind wir alle, oder eben Poetinnen, ich freu mich darauf, euch in den nächsten Tagen zu sehen und eure Texte zu hören!

In diesem Sinne:
Stimme 1: „Hamma a Genehmigung?“
Stimme 2: „Hamma Matura?“
Alle: „Hamma an Tanzkurs?“

Danke für die Aufmerksamkeit!
Mieze Medusa

PS: Jetzt fällt es mir erst auf! Das ganze Team textstrom war heute versammelt! Quasi eine letzte inoffizielle 10 Jahresfeier! *hach*

PPS: Ich glaub ich muss noch die Überschrift erklären… Irgendeiner (meinetwegen Metternich) meinte: „Der Balkan fängt am Rennweg an.“ Oder an der Landstraße, oder in Ottakring… oder eben einen Schritt östlich von deinem eigenen Standpunkt. Oder ganz woanders. Ich finde das gut so. Ein bisschen Farbe und Turbopoesie für alle!

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