!BusBimBang! BBS2 Literatur in der Leopoldstadt

Es schlägt dreiviertel Zwei als Jimi Lend auf seinem Wiener Citybike am Karmeliterplatz einreitet und dort schon Gerfried von den Heavy Pedals, unserer großartigen muskelbetriebenen Transportfirma, And’reh’as Plammer, den hochmotivierten Vortagessieger und Melamar, die Gastgeberin des monatlichen Farce Vivendi Open Mikes (jeden 3. Dienstag im Monat im Ce Leste) antrifft.

Das Wetter ist herrlich,  die akkubetriebene Box und das Funkmikrophon funktionieren und so kann der Benzingenerator, der am Sonntag noch vor dem Burgtheater für Strom sorgte, in der Garage bleiben.

Yasmin ‚Yasmo‘ Hafedh kündigt per Sms eine minimale Verspätung an, eine Mühe die sich Markus ‚Osama‘ Neumann nicht macht, oder nicht machen kann, denn er schlummert noch seelenruhig und träumt vom Weltfrieden, als Adina ihn anruft und von seiner Geladenheit zum Leopoldstädter BusBimSlam 2014 in Kenntnis setzt.

Da biegt auch noch der Slamveteran Markus Köhle aus Ottakring, das auf dem Weg nach Tirol liegt, um die Ecke und die Schau kann beginnen. Eine Jury ist schnell gefunden und die Reihenfolge gleich gelost. Einfallstoll fängt Jimi an die Reihenfolge diesmal von hinten zu losen, wodurch Osama zufällig die Startnummer 6 bekommt.

Zur Eichung des Publikums opfert sich Jimi mit konsumkritischer Lyrik, denn er hat am Vortag im mobilen Festivalhauptquartier der Wiener Bezirksfestwochen eine Kapselkaffeemaschine erspäht und diese Ausgeburten der Verschwendungshölle regen den Handkaffemühlenbetreiber immer wahnsinnig auf.
Dafür gibt es 28 Punkte!
Die meistvergebene Punktezahl an diesem Tag, wenn auch nicht die höchste.

Der Slam beginnt mit Adina Photo0722
die nach Beständigkeit schreit, sich über die Abwesenheit von Taubenbabies wundert und jede Menge Fragen zu dem Weg den sie bereits geht in dieses Wien hinausträgt.

Als zweites schlägt Melamar mit Liebesgedichten auf.
Photo0723 In der sciencia armatoris reitet sie auf Kamelen mit spirituellem Selbstver- wirklichungs- drang in die intravenöse Instant- karthasis ehe sie in einem weiteren Text von einer Bim gestoppt wird.

Beide Dichterinnen erhalten je 28 Punkte!

Die nächste Runde beginnt der Champ Photo0726 des Innereh Stadt Slams Andi Plammer und erneut erschallt sein Meistrehwerk ‚In Dubio pro Reh‘. Der Burt Rehnolds der Slammeszene träumt von der Rehform-rehpublik und erkennt die Rehnaissance des Rehligiösen.

Dann der große Markus Köhle der als Sprachinstallateur
Photo0729 seiner selbst das Kurmesser ansetzt und den Ausdrucks-verstärker anwirft um noch einen Text anzufangen, der der Bim zwar huldigt, aber auch von ihr unterbrochen wird, was er mit einem gekonnten Freestyle-endsatz abzuschwingen versteht.

Andrehas Plammer kann sich mit 29 Punkten leicht absetzen,
dem Köhle gelingen wiederum 28.

Schon übernimmt die regierende Öslamchampioness Yasmo
Photo0730die Bühne und erzählt von manchen Tagen an denen sie nicht von der Couch hochkommt und sich Pizza bestellt, dafür an manchen anderen Tagen wieder 1000 Bitches wert ist, was am Welttag der Prostitution natürlich ein Statement ist.

Da schleppt sich endlich Osama auf den Platz,
Photo0732der Jimis Ausrede von wegen er hätte ein Baby von der Autobahn gerettet, gleich als Lüge entlarvt und sich an ein Liebesgedicht an die Menschheit macht, die immer wieder aufstehen und auch Fahrrad fahren kann, wenn sie eben nicht verschläft.

Yasmo erntet 27, Osama 28 Punkte.

Der Tag ist schön der Platz füllt sich und die Wertungen sind knapp, deshalb wird Jimis Vorschlag, noch eine zweite Runde mit allen Teilnehmer_innen durch zu führen, begeistert aufgenommen.

Nach neuem Losverfahren beginnt Markus Köhle
Photo0733mit einem wortgewaltigen Text über Sprachlosigkeit, das Hirnstromprotokoll eines auf den ersten Blick sich Verliebenden, der sich wärmende Steppdecken aus Seelenheil häkelt und einen Ansprechpartner in der Karmeliterkirche findet.

Ihm folgt Osama
Photo0734 mit Bildern einer Ausstellung, in der er Kunst in Schafsform und Käse im Standnachbarn entdeckt, bevor er inspiriert von der neuen Wiener Würstelschule endlich wieder zu seinem eigenen Pinsel greift.

Köhle erneut mit 28 setzt sich knapp vor Osama mit 27 Punkten.

Adina steigt in ihrer zweiten Runde in die Höhen der Weltliteratur.
Photo0736Sie wurde nicht von jenem Winde verweht, der durch die Schlupflöcher in die Luftschlössern weht, dort Kafka sein Prozess gemacht wurde, sondern sie schreibt eine unendliche Geschichte, was Yasmo mit dem Stichwort ‚Räuber‘ kommentiert.

Andi Plammer  steuert das Literaturschiff in eine ganz andere Richtung,
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er greift als Marketingprofi zum … und Radieschen und führt die Zuhörer des sonnigen Platzes in die Dunkelheit eines versperrbaren Klos in dem ‚das Kind‘ sich vor dem Vater sicher fühlt und über die Gründe dessen Agressionen nachdenkt.

Adina kommt wieder auf 28, Andi Plammer erneut auf 29 Punkte.

Yasmo nimmt die nun ernste Stimmung am Platz auf und tut kund,
Photo0738 dass sie nicht glauben konnte, dass es Rassismus wirklich gibt, bis sie eine Ursache des Weltübels benennt und das Publikum befragt wer denn Angst vorm weißen Mann habe, worauf das Publikum zurückgibt:“Alle! Alle!“ ein Chorus der sich übrigens auch im Rap-pertoire der Dichterin aufspüren lässt.

Zuletzt Melamar, die nach Liebe über den ungesunden,
Photo0723Anfälle auslösenden und Rage Against Fukushima provozierenden Zorn reflektiert und auch Wege sucht ihn abzubauen. Dies gelingt ihr derart eindringlich, dass am Ende ihrer Darbietung ein Mann von der Straße höflich zum Mikrophon greift und seine Sicht des Zornes darlegt, die aus Erfahrung zu sprechen scheint..

Vielleicht ist es dieser Umstand der Melamar, nachdem Yasmo 28 Punkte erzielen konnte, zur Tageshöchstwertung von 30 Punkten verhilft.

Die Berechnungen mit allen Nebenwertungen ergeben 3 ex aequo Ergebnisse.
Auf dem fünften Platz landen Osama und Yasmo!
Den dritten Platz teilen sich Adina und Markus Köhle!
Der erste Platz geht an …
Photo0726vorerst niemanden den nun wird ein Stechen ausgerufen und Andreas PlaPhoto0723mmer wirft sich mit Fragen über Fragen in den entscheidenden Battle. Die Straßenbahnen verkürzen seinen Beitrag, als ob sie selbst die Spannung nicht mehr ertragen könnten und schon steht Melamar am Platz und bringt zur allgemeinen Verständlichkeit auf Englisch einen Text in dem sie ihre Tagesthemen Liebe und Zorn zusammenführt.

Die Abstimmung findet per Handzeichen Aller am Platz Anwesenden statt und siehe da: MELAMAR gewinnt den 2. BusBimSlam 2014 ganz knapp vor Andi Plammer.

Den Gewinnenden winken Bücher des grandiosen Literaturbuffets Lotzky, eine Ausgabe des neuen Bestsellers Radfahren schön trinken und da Jimi bemerkt, dass es nur 5 Preise aber 6 Gewinner_innen gibt, legt er auch noch seinen Lyrikband Mundlandungen in den Siegeskorb, ein Buch das sich, by the way, die Siegerin Melamar auch gleich als ihren Hauptpreis aussucht!
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Danke dem Publikum, der Jury, den Heavy Pedals, Lhotzkys Literaturbuffet, Wir sind Wien, den Wiener Bezirksfestwochen und unserer Initiatorin El Awadalla die uns ebenfalls mit ihrer Anwesenheit beehrte!

Wir geben weiter an Mieze in den 3.

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Über jimilend

Transformer Performer Terraformer :*
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