Bus-Bim-Slam XXII – parallel zum Donauinselfest

Es ist ca. 16:20. Co-Moderator Andi Pianka kommt am Standort an und bemerkt dort einen Werbestand der Zeugen Jehovas. Er ist erleichtert, denn letztes Jahr befand sich am selben Standort ein Werbestand der FPÖ (welche sich damals vom Slam bedroht fühlte -> siehe den Bericht vom vorjährigen Bus-Bim-Slam im 22.). Er denkt sich: Glück gehabt, heuer harmloser, da kann also wohl nichts Ähnliches passieren.

Es ist ca. 16:30. Co-Moderator Andi Pianka bemerkt das „traditionelle“ gelbe Fahrrad herannahen. Die Radfahrerin müht sich am letzten heftigen Bergauf-Stück (was A.P. an den heftigen Aufstieg bei der Tour-de-France-Etappe Richtung Alpe d’Huez erinnert) ziemlich ab, schafft es aber doch. Zur exakt gleichen Zeit kommt von der exakt entgegengesetzten Richtung (zu Fuß) Clara Felis, der wir diese so wertvolle Lastenradhilfe der „Heavy Pedals“ überhaupt zu verdanken haben. Ein ganz, ganz, ganz großer Dank an dieser Stelle!!!

Die erste Slammerin wäre somit auch eingetroffen.

Es ist Punkt 17h (und die Zeugen Jehovas mittlerweile auch wieder weg). Das Moderationsduo ist komplett, 8 SlammerInnen sind da, aber an Publikum grad mal so viel, wie viel für die 4 Jurykarten-Sets ausreicht. Ein paar Minuten wird mit dem Beginn noch zugewartet – und siehe da: nicht mal 10 Minuten später sind um die 10 vorne sitzende und um die 20 hinten stehende PublikümerInnen da.

Die 8 SlammerInnen werden in 4 Zweierduelle gelost. Doch bevor sie drankommen, spielt Co-Moderatorin melamar noch opferlämmisch als Signorina Gina zwischen Bukowina und Indochina auf ihrer Okarina. Oder doch mit ihrer ****** (zensuriert)? Keiner weiß es, aber eine erste Jury-Eichung von 14 Punkten gibt’s.

Duell 1:

Christian „Schreibi“ Schreibmüller ist Egon vor der Glotze, in welcher im Trabi u.a. ein Horst Tappert, ein Marcel Reich-Ranicki und ein Genosse Da Vinci auftauchen. 14,5 Punkte.

Lyrelei (auch als Dagmar Fischer bekannt) bringt viele Kurzgedichte – vom wienerischen Vatermord bis zum Baggerfahrer). Der Bus kommt ewig nicht (aber daß die Fahrplan-Intervalle mit den tatsächlichen nie übereinstimmen, war wohl bei fast jedem Bus-Bim-Slam so). Ebenfalls 14,5 Punkte.

Während Co-Moderatorin melamar in diesem Augenblick von einem ziemlich drogen-affin wirkenden Menschen angeklagt wird, weil er sich an genau diesem Ort mit seinen Haberern verabredet hätte und diese aber nicht da seien (und er der fixen Überzeugung wäre, daß melamar wüßte, wo sie zu finden wären), fragt Andi Pianka das Publikum, wie mit diesem Punktegleichstand umgegangen werden soll. Das Publikum bestimmt: beide ins Finale

-> Schreibi & Lyrelei im Finale

Duell 2:

Ekaterina Heider (zwar schon überaus auftritts- und veröffentlichungserfahren, aber den allerersten Slam ihres Lebens bestreitend bzw. auch noch nie auf einem publikümisch anwesend gewesen) meint zu Nina: „Ich hoffe, daß ich nie sterbe“. Die Jury dankt dieses Debüt mit 18,5 Punkten.

Peter Heissenberger (seit neuestem Redaktionsmitglied unserer großartigen „Sponsorzeitschrift“ & Radieschen) bezieht sich in seinem Improtheater auf eine Meta-Ebene. 16 Punkte.

-> Ekaterina Heider im Finale

Duell 3:

Die vorhin erwähnte Clara Felis hat den Hauptbahnhof besucht. Und sich an Stuttgart 21 erinnert gefühlt. Gegen zu viel konsumorientierte Projekte kann man ruhig demonstrieren. 16,5 Punkte.

Der extra aus der Steiermark angereiste Kuno Kosmos fragte immer wieder „Bekennst du dich schuldig?“ Und das Publikum antwortete immer: „Papier ist geduldig“ – Höchstvoting des Tages mit 19,5 Punkten.

-> Kuno Kosmos im Finale

Duell 4:

Andreas Plammer (also Mister Radieschen) baute seine Wahlkampfrede auf Charts-Titeln auf. Leider kam der böse Bus recht früh dazwischen. 14 Punkte.

Jimi Lend rappte kurz vor einem herannahend wirkenden Regen noch die Wortfolge „kurz nach einem Regen“. Absicht oder Zufall? Keiner weiß es, aber wenigstens die Wertung: 16 Punkte.

-> Jimi Lend im Finale

Da während Jimi Lends Darbietung erste Regentropfen fielen und nicht klar war, ob daraus mehr (Meer?) wird, gab es zwischen Vorrunde und Finale eine kurze Übersiedlung (ca. 10 Meter Richtung Nordwest, direkt unter die U1).

Das Finale lief unter akustisch leicht erschwerten Bedingungen ab: Diverse Menschen, die sich am Ort des Geschehens mutmaßlich deswegen trafen, um nachher gemeinschaftlich das Donauinselfest aufzusuchen, ließen den Akustikpegel sehr ansteigen (aber grad noch so, daß kein Hochwasseralarm gegeben werden mußte). Auch Wurfgeschoße wurden von der darüberliegenden U-Bahn-Station abgeworfen – Verletzte gab es allerdings zum Glück keine.

Nun denn, das Finale:

Auch dieses eröffnete Schreibi. Es gab den Einen, den Anderen und 16 Punkte.

Lyrelei ließ das berühmte „Meidlinger L“ weg und somit gegen die Hausmauer „pinken“ (sic!). Ebenfalls 16 Punkte.

Jimi Lend reimte den Hormon-Dschungel auf Willi Dungl und den Hörlimann auf sowieso alles. 12,5 Punkte.

Ekaterina Heider las eine Geschichte über zu viel denken, laut reden und vieles andere mehr. 14,5 Punkte.

Kuno Kosmos rappte „Hey! More Hingabe!“ und rappte sich damit nicht nur zur Begeisterung des immer zahlreicher werdenden Laufpublikums, sondern auch zum Final-Höchstvoting der Jury: 18,5 Punkte.

Somit hatte der Bus-Bim-Slam XXII einen eindeutigen Sieger.

KUNO KOSMOS gewann ein Buch und zwei Karten für das „Grande Finale“ morgen (23.6.) in der Kulisse um 20h (die ganze Menschheit ist aufgerufen, dabei zu sein).

Doch noch vor diesem Finale gibt es den allerletzten Bus-Bim-Slam 2013: Am Maurer Hauptplatz bittet ab 17h Jimi Lend zu Tisch (nein, zum Mikro).

Und am So, 30.6. um 20:30 wird im Cafe Anno (8., Lerchenfelderstraße 132) die Radieschen-Bus-Bim-Spezialausgabe präsentiert.

2014 sehen wir uns hoffentlich wieder! Wenn das Motto wieder lautet (beim Bus-Bim-Slam im 19. von melamar so kreativ kreiert):
RESPECT THE POETS AND RESPECT THE BUS!

Nachtrag von Sonntag Mittag: Ob der Stilbruch in der Mitte dieses Berichts (Übergang vom Präsens ins Imperfekt) ein bewußtes Stilmittel ist oder auf Konzentrationsdefiziten aufgrund der Verfassungsuhrzeit beruht, bleibt der Phantasie der werten LeserInnen überlassen… 😉

(Fotos folgen)

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Eine Antwort zu Bus-Bim-Slam XXII – parallel zum Donauinselfest

  1. Margarita schreibt:

    Hat dies auf GRAUKO – Grazer Autorinnen und Autoren Kollektiv rebloggt und kommentierte:
    Peter Heissenberger und Kuno Kosmos slammen in Wien beim legendären BusBimSlam – Kuno Kosmos holt sich den 1. Platz

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