Allein in Leopoldau

Es war nicht so heiß wie gestern, aber 17 Uhr, also früher und daher auch ziemlich 34 Grad im Schatten. Und den hatten wir, lauschig unter einem Nussbaum. Bild_1

Wir hatten auch uns, acht Slammerinnen und Slammer plus Moderatorin, und ab und zu auch einen 32 A.  Bild_2

Aber Publikum hatten wir weniger. Bild_3

Dafür Verpflegung von Lenas Mutter bzw. ihrem Kirschbaum. (Herzlichen Dank!) Bild_4

Doch jetzt der Reihe nach: Wir trudelten langsam ein. Bezogen Stellung. Machten es uns gemütlich. Und slammten los. Aus Ermangelung einer Glücksfee legte die Moderatorin Nadja Bucher die Reihenfolge der Slammerinnen und Slammer nach deren Wohnsitz fest. El Awadalla, wohnhaft in Margareten, fasste Startplatz eins aus. Bild_8Sie referierte über tote Ratzn und Katzn am Kompost, über Frauenquoten in der Raiffeisenbank und beim Kameradschaftsbund. Man beachte im Hintergrund des Fotos den Konkurrenz-Bus, der das spärlich-versprengte Publikum in (un-)regelmäßigen Abständen abtransportierte und uns allein unter dem Nussbaum zurückließ. Bild_9

Was die Startnummer zwei, Andi Plammer, das Urgestein aus der Josefstadt, dazu anstachelte eine Ode über das Nichts vorzutragen, was zu keinem Aufstand und keinem Publikum führte. Bild_10

Das änderte sich rasch bei Yasmin (ebenfalls Josefstädterin, aber noch nicht so lange, daher Startnummer drei), die endlich Fans bekam. Bild_12Nach kurzen Störaktionen zu Yasmins Business-Rap über Fetzen und Motten, bestiegen die sportlich ambitionierten Herren allerdings noch vor dem Applaus-Battle den 32 A, rauschten mit ihm in eine ungewisse Zukunft – wir wünschen alles Gute! – und weiter ging´s im kleinen, feinen Rahmen mit Clara Felis´ Sprachspielen und Wortfetzen. Bild_13Wir blieben unter uns und lauschten Simon Tomaz´ Open-Air Roadmovie eines Lehramt-Studierenden. Bild_14(Clara wohnt übrigens am Alsergrund – dafür Startplatz vier – Simon in Favoriten – deshalb Platz fünf). Aus Rudolfsheim-Fünfhaus kam Anna Schrems, erhielt Starnummer sechs und forderte uns auf Nägel in die Wand zu schlagen, um Erinnerungen daran aufzuhängen. Bild_15Der Tiroler Ottakringer Markus Köhle war verliebt, verlobt, ver-ooochh-t und unterhielt uns auf Platz sieben. Wie man im Bild weiter oben sieht, hielt sich auch bei unserem Slam-Papa der Andrang in Grenzen. Bei hohen Temperaturen ist es mit ein bissl Freiraum rundherum ohnehin angenehmer unter´m Nussbaum. Weshalb wir ganz entspannt im Schatten bei des Mödlingers José Ms (sprich Schusä M) zehn Gegen-Geboten Glück fanden. Bild_17Die Jury-Karten hat die Moderatorin in der Transportkiste des Lastenfahrrads gelassen und stattdessen auf Applaus gesetzt. Auch das nicht einfach. Aber nach Subtraktion von Standgas, Container-Zügen, Kreissägen und Vogelgezwitscher kamen Markus Köhle, Anna Schrems, Clara Felis und Andi Plammer ins Finale. Da stellte sich plötzlich, gerade als Markus Köhle in seinem Beziehungscrossfader zwischen „geh mit mir“ und „lass mich“ oszillierte, ernsthaft anerkennend teilnehmendes Publikum ein. Und so schaute das aus:Bild_18

Ja, genau, die zwei rechts unter dem Baum.
Vor lauter Freude fuhr kein 32 A mehr in die Busstation ein (zumindest war die angezeigte eine Minute eine sehr lange), was uns mehrere Wartende und eine schöne, ausführliche Geschichte über ein Rotzmensch und Hurnkind von Anna Schrems einbrachte. Clara Felis konnte es nun ganz EASY angehen und Andi Plammer unendlich viele Fragen stellen, bis endlich doch wieder ein Bus gesichtet wurde. Das feine Ohr der Moderatorin verkündete zwei SiegerInnen (Andi und Anna), dicht gefolgt von Clara (2. Platz) und Markus (3.Platz).

Ja, der 21. Bezirk ist ein raues Pflaster. Ja, die Nordrandsiedlung still. Ja, die Großfeldsiedlung die Härteste. ABER wir haben uns und nehmen unser Publikum gern mit auf´s Gruppenfoto. Bild_21
Fazit des Slams in Leopoldau, dem Idyll neben der Schallschutzmauer: Irgendwer hat zugehört und ein Thumbs-up aus dem vorbeifahrenden Bus gegeben. Ich bedanke mich bei allen Slammerinnen und Slammern des 21ten BusBimSlam-Tages, des längsten Tags im Jahr. Ihr seid großartig und ich hab mich nie allein mit euch gefühlt. DANKE!

Morgen großes Gedränge in der Donaustadt – das Donauinselfest so nah!

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