19., Döbling: Lauschen unter den Linden

Gefühlte zwei, drei Grad kühler als innerhalb des Gürtels ist’s heute Abend in Döbling, auf diesem kleinen Flecken Rasen an der Kreuzung zwischen Grinzinger Strasse und Heiligenstädter Strasse. Die leichte Brise passt wie bestellt zum Lindenbaumduft und der lockeren Feierabend-Stimmung der Slammerinnen und Slammer.

Kitschig? Ja – wären da nicht die Bussen und Bimsen, die alle paar Minuten daran erinnern, dass hier doch sehr Stadt ist.

Die Bühne: Asphalt, ein Flecken Rasen, eine Bank.
Das Bühnenbild: Das Volksheim Heiligenstadt, die Trutzburg Karl-Marx-Hof.
Die besten Plätze: Wiese.
SlammerInnen: Vier an der Zahl, gutgelaunt.

Beginnen tut in der ersten Runde – nach einem Mitmach-Opferlamm-Text von Moderator Elwood Loud – Elis Rotter mit Kürzestgeschichten zum Bim-Fahren in Wien. Wir kennen sie, die Situationen, die nervigen Leute, die späten Stunden auf dem Heimweg. Passende Lektüre, sag ich da mal!

Das ganze Grün um die “Bühne” herum macht den Tschif ganz aufgeregt und er lässt sein “BioBio!” (eine Satire auf den Biowahn) über den Platz schellen.

Die Deutschkurs-Teilnehmenden, die spontan einen Teil des Unterrichts nach draussen verlegen, staunen. Nicht verstehen? Doch verstehen? Jedenfalls: so muss Sprachlern-Praxis sein! Wer den steirischen Tschif versteht, versteht schliesslich alles. 😉

Das Moderatorenduo findet vor allem – nebst den Slammern natürlich – vor allem das urlaute Mikrofon mit Verstärker geil. Das hört man bestimmt bis in die Heurigen!

Öffis scheinen zu inspirieren – oder bieten zumindest mehr als genug Stoff für witzige und nachdenkliche Geschichten. Von diesen hat El Awadalla genug. Also nicht, dass sie die Schnauze voll davon hätte. Sondern: Was sie in der U-Bahn erlebt, passt in ein ganzes Buch. Das wird am Schluss des Slams dann auch signiert. So gehört sich das. Und El wird sogar von einem Zuhörer abgebusselt. So gehört sich das. Auch der sich-aus-dem-Fenster-lehnende Juror aus dem Volksheim findets klasse.

Er kann sehr dämonisch gucken, der junge Mann namens Bernie Wagner. Er kann aber auch lesen, und zwar die Erlebnisse auf einer irren Wohnungssuche. Es sind involviert: ein (bald toter) Frosch, ein rasiertes Schimpansenbaby, ein satanistisches Tischgebet und ein äusserst vertrauensweckender Mitbewohner in spe.

 

 

 

 

In der zweiten Runde, in der alle nochmals slammen, bis der Bus kommt oder auch darüber hinaus, bestätigt sich die Vorahnung aus der ersten: Treppen und Parkbänke sind ideale Sitzgelegenheiten, um dem Bus Bim Slam zuzuhören.

Und: Der Tschif hängt alle ab mit seiner Presseschau der anderen Art und gewinnt den Bus Bim Slam im 19.!

Fazit: Auch im 19. lässts sich blendend (obschon da Schatten war!) slammen (siehe Foto: „Sagt mal alle: poetry SLAAAM!“) . Klein und fein, zwischen geschichtsträchtigen Bauten, Schienen und Lindenbäumen.

Morgen Abend geht’s weiter mit Bus Bim Slam – im 20. um 20 Uhr auf dem Gaussplatz. Wird fett!

Rock on!
Elwood Loud & Marguerite Meyer

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter BusBimSlam Nachlese abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s