am und im 12. um 12 …

… eine für SlammerInnen eher unchristliche Zeit, eine düstere Wetterprognose, lange Bus-intervalle und ein Exil-Steirer als Slammaster, keine wahnsinnig tollen Voraussetzungen für den 12. Bus  & Bim Slam „Am Schöpfwerk“.

Das internationale Starterfeld der „Gesetzten“ war dafür umso toller, waren doch neben der in Marburg (Hessen) lebenden Heidelbergerin Theresa Hahl und dem Grazer Bosnier aus Tuzla – und so nebenbei frischgebackener Poetry Slam Landesmeister Steiermark/Kärnten – Mario Tomic mit MC Stoner, Klaus Lederwasch weitere Vertreter aus dem „grünen Herz Österreichs“ dabei.

Der Wahl-St. Pöltner und Sieger des 10. Bus & Bis Slam Andi Pianka, die südsteirische Schilcher- und Drama Slam Legende Jimi Lend, die Austro-Amerikanerin Nina und (fast) als einziger Wiener, der inzwischen auch schon Bus  Bim Slam erfahrene Michael, komplettierten die erlesene SlammerInnen-Riege.

Die Auslosung durch die, uns wieder bestens betreuende Anneliese (aus Velden) brachte dem mit etwa 1 Minute Verspätung eintreffenden MC Stoner die Startnummer eins.

Seine Kommunikation mit dem aus bunter Erde sprießendem Grashalm brachte ihm 12 Punkte. Anschließend heischte Mario Tomic Mitleid mit der Bemerkung: „ich bin im Arsch!“. Seine Vorhaben, Goethe töten und Mozart mit der Zauberflöte erschlagen zu wollen waren wohl nicht ganz ernst gemeint – da war er schon ein bisserl zu spät dran. Immerhin brachte er uns eine Lebensweisheit nahe: „man muss kein Bauer sein, um eine Frau zu suchen!“. Auch für Mario gab es 12 Punkte.

Michael wollte „oben im Regenbogen in Wolkenschwaden baden“ und hat im übrigen den Plan, ein „Oktoberfest“ mit fetten Schweinsstelzen in Arabien zu veranstalten. Immerhin 9 Punkte.

Klaus Lederwasch mit seiner Speise-Pilz-Platz-Geschichte aus dem steirischen Schwammerlsuchermilieu war wohl nur zum Teil dokumentarisch, dass aber die „Schwammerlbrocker“ bezüglich ihrer Plätze mehr lügen als Grasser und Strasser zusammen klingt zwar unglaublich, stimmt aber. Die nächsten 12 Punkte waren fällig.

Andi Pianka – wieder einmal falsch anmoderiert, aber das war beileibe nicht der einzige Versprecher von Tschif – hielt in gewohntem Stichwortstakkato einen Aufklärungsvortrag und erklärte den Weg vom Präservativ über Postserativ zur diplomierten Leibesfrucht. Der „vier- oder drei- oder gar nur zweieckige“ Text brachte 9 Punkte.

Dass Theresa Hahl „meeresgroße Fettnäpfchenpfützen“ vermeiden will  (ganz im Gegensatz zu österreichischen Politikern, Anm. der Red.) und auch in runden Räumen nicht mehr anecken möchte, dass glaubt man ihr – man glaubt ihr einfach alles! Auch dass Sie froh ist, klein zu sein; schließlich wird sie deshalb im Regen später nass! Der verdiente Lohn der tollen Performance: die Tageshöchstwertung von 14 Punkten.

Jimi Lend mit einem Erfahrungsbericht der Dakar Rallye und dem damit verbundenen Kannibalenkontakt verpasste mit 11 Punkten  das Stechen genau so knapp wie Nina, die einleitend einige „zitatsweise gesungene“ Passagen aneinanderreihte und „nothing compares to you“ als Stichwort herausforderte.

Eine „Juryfamilie“ hatte gleich zu Beginn angekündigt, nur kurz bleiben zu können; offensichtlich hat die Performance der PoetInnen aber auch sie so fasziniert, dass sie bis zum Schluss der Vorrunde blieb und die Jury nicht gewechselt werden musste.

Im Stechen um die Plätze 2 bis 4 setzte sich „Regenmacher“ MC Stoner vor dem „Blümchensex praktizierenden“ Mario Tomic und dem zukünftigen Präsidenten Klaus Lederwasch durch.

Die verdiente Siegerin Theresa Hahl gab abschließend und wohl als Highlight noch eine Kostprobe ihres Können, bevor das bis zum Schluss ausharrende Publikum alle Poetinnen noch mit dem verdienten Applaus bedachte.

Insgesamt kamen an die 130 Leute zumindest teilweise in den Genuss des 12. Bus  Bim Slams. Dazu beigetragen haben sicher auch die langen Intervalle des 16 A; die Fahrgäste hatten jedenfalls noch kaum so eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Wartezeit; einige von ihnen ließen sogar einen oder zwei Autobusse fahren, was bei den Intervallen immerhin fast 40 min Poetry Slam bedeutete.

Euer Dialektslammaster
Tschif

PS: Morgen geht’s weiter:

MI, 13. Juni, 13 Uhr – 13., Hietzinger Hauptstrasse / Dommayergasse
SlammasterInnen: Yasmin Hafedh & Schlögl; SlammerInnen: Mieze Medusa, El Awadalla

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